ALPEN Oberstdorf 


September 2017                         

Unsere geplante Tour verlief anders als gedacht. Von Oberstdorf zur Rappenseehütte weiter über den Heilbronnerhöhenweg und von der Kemptenerhütte den Abstieg über den Spielmannsgau zurück nach Oberstdorf.

Doch alles kam anders, aber lest es selber.

Von Faistenoy starteten wir im Regen und Nebel. Der Weg verwandelte sich in einen kleinen Bach den wir entlang liefen. Das Wetter bot uns Wind und Nebelwolken die uns die Sicht ins Tal blockierten. Der Aufstieg zur Enzianhütte war bis hierhin zwar nass und windig aber einen warmen Kakao und ein deftiges Mittagessen munterte uns wieder auf die letzten Höhenmeter in Angriff zunehmen.

Die verschneite Rappenseehütte erreichten wir nach ca. 4,5 Stunden. Nach dem einchecken ging es direkt in den überfüllten Trockenraum um endlich aus den durchnässten Klamotten zukommen. Bei einem leckeren Bierchen oder waren es zwei oder drei ließen wir den Abend ausklingen um am nächsten Tag früh zum Heilbronnerhöhenweg zu starten.

Nach einer kalten Nacht mit unter 12Grad auf dem Zimmer bekamen wir die schlechte Nachricht, das der Höhenweg wegen Schnee und Eis nicht begehbar sei.

Mit dieser Nachricht began unser nicht  endendes Abenteuer.                             Eine Ausweichsroute die wir uns schon aus Vermutung auf schlechtes Wetter am Vorabend auf einer Karte auswählten führte uns zum Abstieg nach Steeg auf der Österreichischenseite. Nach einer kurzen Wartezeit nahmen wir den Bus nach Holzgau um den Aufstieg zur Kemptener Hütte anzugehen. Problemlos fanden wir die Beschilderung und folgten dem Weg. Ab hier sollten wir in ca. 2 Stunden auf der Hütte ankommen.

Nach 4 Stunden kamen uns die ersten Zweifel doch die wegmakierung und der Höhenmesser überzeugte uns zum weiter gehen. Es wurde immer kälter und die Uhrzeit 19:00 Uhr lies uns nichts gutes hoffen.                                                           Jetzt wussten wir hier stimmt was nicht, wir mussten falsch gelaufen sein !

 Wir waren schon 11 Stunden unterwegs hatten kein Wasser und nichts zu essen mehr, unsere Beine fühlten sich wie Blei an und waren mehr als Erschöpft. Nun müssten wir handeln.Es gab nur zwei Möglichkeiten: 

1. weiter gehen und es nicht vor der Dunkelheit bis zur Hütte schaffen, was heißen würde bei ca. -2Grad in der Kälte die Nacht verbringen

oder 2. so schnell wie möglich von über 2000 Höhenmetern absteigen bevor es dunkel wird und mit Taschenlampen bis nach Holzgau zurück kehren.

Wir beschlossen Variante 2 zu nehmen um unser Glück zu versuchen und wanderten im schnellstem Tempo Richtung Holzgau.

Unseren Durst löschten wir im kalten Bachwasser und die Knieschmerzen standen jetzt nicht mehr im Vordergrund.  Der Weg war durch den Dauerregeng und Schnee sehr glatt und ein ausrutschen war nicht zuverhindern. Das Mondlicht reichte uns nicht mehr aus und Taschenlampen müssten uns den sichern Weg weisen.

Das war mehr als grenzwertig und lebensgefährlich aber da mussten wir nun durch. 

Nach weiteren mühsamen 5 Stunden Abstieg im dunkeln erreichten wir geschwächt und hungrig aber mit großer Erleichterung Holzgau. In einer Pension bekamen wir einer 16 stündiger Wandertour ein warmes Zimmer.

Der Blick am nächsten Morgen vom Balkon der Pension

Das Schild das nicht da war wo es sein sollte

Überfüllter Trockenraum der Rappenseehütte
Matratzenlager Rappenseehütte
ALIEN
Handyladestation auf der Rappenseehütte

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